Riedenblick – Bleiben, wo der Wein wächst!

Projekt
Sanierung Winzerhaus Riedenblick im Spitzer Graben
Eigentümer
Cornelia Altreiter-Windsteiger, Wolfgang Windsteiger
Planung
DI Alexander Augustin
Autorin
DI Barbara Calas-Reiberger
Fotos
Romana Fürnkranz
Drohnenfotos
Christoph Bertos
Erstveröffentlichung

Sanierung Winzerhaus samt Nachverdichtung im Spitzer Graben

Alt und Neu verbinden sich im Spitzer Graben der Wachau zu einem spannenden Ensemble: Ein historisches Winzerhaus wurde behutsam renoviert und durch einen modernen Apartmentbau ergänzt. Beide Gebäude fügen sich sensibel in die Hanglage ein und öffnen sich zur Weinberglandschaft. Das Projekt zeigt, wie sich zeitgemäße Architektur harmonisch in ein gewachsenes Ortsbild einfügen kann.

Inmitten der malerischen Weinberge der Wachau, im sogenannten Spitzer Graben, liegt das Straßendorf Vießling. Entlang der schmalen Durchgangsstraße reihen sich traditionelle Zwerch- und Dreiseithöfe aneinander und prägen das geschlossene Ortsbild. Zwischen dieser historisch gewachsenen Bebauung stechen zwei Gebäude hervor: Ein ehemaliges Winzerhaus sowie ein neu konzipiertes Apartmenthaus, das Erholungssuchenden einen naturnahen Aufenthalt inmitten der Weinberge ermöglicht.

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Terrasse mit Blick auf die Weinberge.

Renovierung Winzerhaus

Die Umsetzung der beiden Häuser erfolgte schrittweise. Den Auftakt machte die behutsame Renovierung des alten Winzerhauses, das sich mit seinem historischen Weinkeller in die Hanglage einfügt. Über dem gewölbten Kellergeschoß erstreckt sich das Wohngeschoß. Eine spannende Herausforderung lag in der weitreichenden Rückführung des Bestandes auf die ursprüngliche Bausubstanz. Die gesamte Geschoßdecke zum Dachraum wurde entfernt, ebenso wie ein Großteil der Innenwände. Dadurch entstand ein großzügiger, lichtdurchfluteter Wohnraum. Die geöffnete Giebelfront ermöglicht nun einen eindrucksvollen Blick in die Weinberge, während die vorgelagerte Pergola den Übergang zwischen Innen- und Außenraum gestaltet.

Besonderes Augenmerk lag auf der nachhaltigen Materialwahl: Der geschliffene Betonboden verleiht den Wohnräumen eine schlichte Eleganz. Fußboden- und die in die Bestandsmauern integrierte Wandheizung sorgen zusammen mit einem Kachelofen samt Tischherd für eine behagliche Wärme im gesamten Haus. Das Herzstück bildet die zentral platzierte Kücheninsel. Eine geschwungene Holzstiege führt zu einer kleinen Galerie, die als privater Rückzugsort dient. Die Verwendung natürlicher Materialien prägt den Charakter der Räume - vom regional gefertigten Holzfußboden bis zu den handwerklich gefertigten Lärchenholz-Holzkastenfenstern. Der historische Weinkeller wurde sorgsam restauriert - die alten Brandschutzziegel des ehemaligen Dachbodens fanden hier als Bodenfläche eine neue Verwendung.

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Harmonisches Ensemble: Revitalisiertes Winzerhaus und Neubau.

Apartments Riedenblick

Nach der gelungenen Sanierung des Winzerhauses entstand ein zweites Gebäude. An der Stelle stand einst ein alter Holzstadl - dessen charakteristische Architektur wurde nun neu interpretiert. Um sich harmonisch in das bestehende Ortsbild einzufügen, wurde ein Giebeldach gewählt, das mit einer Photovoltaikanlage zur nachhaltigen Energiegewinnung ausgestattet ist. Die Hanglage wurde, ähnlich wie beim benachbarten Gebäude, geschickt genutzt: Auf kleinem Raum entstanden so drei unterschiedlich große Apartments auf verschiedenen Ebenen. Die Zugänglichkeit wurde dabei optimal gelöst: Das unterste Apartment ist ebenerdig vom Kellerniveau aus erschlossen, ein weiteres vom Hofniveau, während das dritte Apartment im Dachgeschoß über eine schwebende Außentreppe erreicht wird.

Alle Bauteile unterhalb des Geländeniveaus sowie die Wand zum Nachbargrundstück wurden in Beton ausgeführt, darauf wurde der Holzbau aufgesetzt. Die Materialwahl der Fassade nimmt Bezug auf den ehemaligen Stadl durch die Verwendung von sägerauen Lärchenlatten. Das Satteldach kragt sowohl zur Hofseite als auch zu den Weinbergen hin aus und bietet dadurch einen natürlichen Witterungsschutz der Terrassen. Die dahinterliegenden Giebelflächen wurden großzügig verglast und ermöglichen dadurch einen eindrucksvollen Blick in die Weinberge.

Im Inneren des Gebäudes wurde bewusst auf robuste Materialien gesetzt, die in einem spannungsvollen Dialog zueinander stehen: Großflächige Verkleidungen aus weiß lasiertem Fichtenholz kontrastieren mit den roh belassenen Sichtbetonwänden. Die geschliffenen Betonböden unterstreichen die reduzierte Materialsprache. Großzügige Glasflächen lassen viel Licht in die Räume und schaffen zusammen mit den vorgelagerten Terrassen einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum, wodurch die Weite der Weinberglandschaft Teil des Wohnraums wird.

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