Eine fünfköpfige Familie bewahrt ein Stück Familiengeschichte und formt es gleichzeitig neu. Mit klaren Linien, natürlichen Materialien und durchdachten Details hat der Bauherr, selbst Tischler in fünfter Generation, das großelterliche Auszugshaus in ein zeitgemäßes Zuhause verwandelt, das handwerkliche Tradition mit modernem Wohnkomfort verbindet.
In Arbesbach, am Ortsrand auf einer sanften Anhöhe nahe der Waldgrenze, erfährt das alte Haus der Großeltern eine umfassende Verwandlung. Was einst als Ausnahm(s)haus (oder auch sog. Auszugshaus) errichtet wurde, beherbergt heute eine fünfköpfige Familie und präsentiert sich in einem völlig neuen Erscheinungsbild: Anstelle der ehemals unscheinbaren Putzfassade trägt das Gebäude nun ein Kleid aus Douglasien-Holz. Diese hochwertige Holzfassade verleiht dem Haus eine zeitgemäße ästhetische Qualität.

Bei der Umgestaltung wurde gekonnt mit der bestehenden Bausubstanz gearbeitet. Die Kontur der Außenwände blieb weitgehend unverändert. Lediglich wurden Fenster- und Türöffnungen neu eingeschnitten bzw. angepasst. An der Rückseite wurde die Terrasse etwas vergrößert und ein Carport angebaut. Diese Erweiterung aus Sichtbeton verschwindet teilweise im Hang. Eine große Wirkung erzielt – neben der Veränderung der Fassade – die Umgestaltung des Daches. Anstelle des Walmdaches findet sich nun ein schlichtes Satteldach mit Blecheindeckung. Der bestehende Dachstuhl blieb erhalten und wurde stellenweise verstärkt bzw. erweitert.
Da das Haus aus den 1980er Jahren, nicht mehr ganz den Anforderungen der Jungfamilie entsprach, waren auch im Inneren bauliche Eingriffe notwendig. Eines allerdings überzeugte sofort: Der separate, ebenerdige Eingang für eine mögliche Einliegerwohnung. Dieser Bereich kann flexibel als Gästeapartment, Wohnbereich für eine Pflegekraft oder für ein Zweigenerationenwohnen umgenutzt und somit jederzeit barrierefrei nachgerüstet werden. So wurden trotz der kürzlichen Umgestaltung bereits die Weichen für zukünftige Lebensabschnitte und Nutzungsmöglichkeiten gestellt.
Die grundlegende Haltung des gesamten Umbaus war, möglichst viel vom Bestand zu erhalten. Jeder Eingriff war somit sorgfältig durchdacht.
Gleiches gilt für alte Betonträger, die bewusst auf Sicht belassen wurden. Große Fensteröffnungen lassen viel Licht in die Räume und bieten beeindruckende Ausblicke. Besonders von der Küche und dem Essbereich genießt man einen herrlichen Blick auf die Burgruine Arbesbach, den sogenannten "Stockzahn des Waldviertels".

Die Großzügigkeit und Offenheit in der Gestaltung reicht bis in das Galerie- bzw. Dachgeschoß hinauf. Das Haus überrascht mit verspielten Raumlösungen und versteckten Bereichen. So verbirgt sich eine Arbeitsküche – eine "dirty kitchen" – hinter einer auf den ersten Blick nicht erkennbaren Tür in der Küchenfront. Auch andere Türen verschwinden beinahe unbemerkt in Wänden. Zugleich schaffen durchdachte Einbauten Struktur und Stauraum. Im ganzen Haus sorgt indirekte Beleuchtung für eine angenehme Atmosphäre. Erdige Farben und harmonische Einbauten verstärken die wohnliche Wirkung der Räume. Wie bei vielen seiner Projekte, lässt der Bauherr die ausgewählten Materialien für sich sprechen. Denn für die durchdachte Innengestaltung mit viel Liebe zum Detail ist der Bauherr selbst verantwortlich: In unmittelbarer Nähe befindet sich der Familienbetrieb – eine Tischlerei samt Büro- und Wohngebäude sowie das Elternhaus, in dem der Bauherr aufgewachsen ist. Der handwerkliche Betrieb wird mittlerweile in der fünften Generation geführt und bildet mit dem umgebauten Wohnhaus ein harmonisches Ensemble.
Schreiben Sie mir gerne. Ob Umbau, Sanierung oder Baukulturvermittlung – ich freue mich auf Ihre Nachricht.
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